Fußball. Motor des Sportrechts
Die großen Spielsportarten nehmen in vielen Ländern eine besondere Rolle in der Sportentwicklung insgesamt ein. Sie sind u. a. durch ein großes mediales Interesse gekennzeichnet, verfügen in den allermeisten Fällen über ein großes Zuschauerinteresse in den Stadien und Sporthallen, erfahren eine große finanzielle Unterstützung durch Unternehmen, die sie für werbliche Maßnahmen nutzen (dank der Medialisierung), haben oftmals eine erhebliche (sport)politische Bedeutung und Rückendeckung im Land insgesamt. Durch diese Positionierung sind sie in der Lage, gleichzeitig aber auch aufgefordert oder gar verpflichtet, Entwicklungen zu initiieren und voranzutreiben, die in der Folge auch für andere Sportarten relevant sind und die in die Gesellschaft insgesamt hineinstrahlen.
Mit Blick auf Deutschland ist es in erster Linie der Fußball, dem eine derartige Rolle und Bedeutung zuzuschreiben ist. Er ist hoch professionell im höheren Leistungsbereich auf Vereins- und Verbandsebene organisiert und erzielt ein mediales Interesse, das von anderen Sportarten nicht ansatzweise erreicht wird. Er hat in den Vereinen und Verbänden entsprechende Strukturen geschaffen und nutzt hoch qualifiziertes Personal, um in den relevanten Arbeitsfeldern kompetent agieren zu können. Fußballvereine sind Wirtschaftsunternehmen geworden, die sich auch den geltenden rechtlichen Regeln für solche stellen müssen. Sie werden nach Wirtschafts- und Kartellrecht betrachtet, ihre Spieler und weitere Angestellte sind anderen Arbeitnehmern rechtlich gleichgestellt, was angesichts der Besonderheiten des Sports und insbesondere des Leistungssports zu rechtlichen Problemen führt. Aktuelle Vorgänge mit Blick auf Korruption oder durch Spieler und Schiedsrichter betriebenen (Wett)Betrug verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich der Fußball mit seinen Organisationen gegenübersieht.
Gleichzeitig bleiben Vereine und Verbände aber Bestandteil des nationalen Sports Deutschlands, müssen sich deren Organisationsstrukturen, Regelungen, den Besonderheiten des Sports im Vergleich zu Wirtschaftsunternehmen stellen. Dazu gehört auch, dass durch die Fußballorganisationen der Spagat hin zum in den Sportorganisationen verankerten Sportrecht zu schaffen ist.
Der 5. Sportrechtstag 2013 in Köln hat wichtige Themen aufgegriffen und durch anerkannte Experten des Sportrechts und des Fußballs im Überblick präsentiert. Dabei wurde gezielt auf inhaltliche Breite gesetzt und der Blick aus verschiedenen Perspektiven gewählt.
Inhalt
U. Steiner: Einführung
I. Gesellschafts- und wirtschaftspolitische Dimensionen
S. L. Schmidt/F. Bünning: Nutzen Pro..clubs der Allgemeinheit? Zur ökonomischen und sozialen Bedeutung von Bundesligaclubs für ihre Heimatstädte
H. Blask: Rechtliche Herausforderungen bei der Vermarktung von Sportrechten
F. Curtius: Normative Anliegen aus Sicht des organisierten Fußballs
R. Mutschke: Integrität im Weltfußball. Kampf der FIFA gegen Wettmanipulation
II. Arbeits- und schiedsverfahrensbezogene Aspekte
W.-D. Walker: Aktuelle arbeitsrechtliche Fragestellungen des Fußballsports
U. Haas: Fußball vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS
H. Hilpert: »Highlights« - Aus der Fußballrechtsprechung zum Bundesliga-Fußball
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | sport history and sport politics social sciences sport games |
| Language: | German |
| Published: |
Tübingen
Mohr Siebeck Verlag
2014
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| Series: | Sport - Recht - Gesellschaft, 4 |
| Pages: | 112 |
| Document types: | congress proceedings |
| Level: | advanced |