Muskelaufbau für Sportler. Gezieltes Training für Tennis, Ballsport, Ski alpin & Co.
Muskelkraft ist eine der grundlegenden konditionellen Fähigkeiten in nahezu allen Sportarten, ob es sich nun um Gerätturnen oder Wasserspringen, Boxen oder Judo, Gewichtheben oder Skisprung, Skilanglauf oder Triathlon dreht. Dabei ist dann aber zwischen unterschiedlichen Ausprägungsarten der Kraft zu unterscheiden, es gibt die allgemeine Kraft und die sportartspezifische Kraft, es gibt die Schnellkraft und Explosivkraft, die Maximalkraft oder die Kraftausdauer. Und in der Kombination mit anderen konditionellen Fähigkeiten wie der Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer gibt es eine große Zahl von Mischformen, die wiederum in unterschiedlicher Intensität auf die sportartspezifische Leistungsfähigkeit Einfluss ausüben. Unter allgemeinen Gesichtspunkten spielen auch die Anknüpfungspunkte, die die Kraft als konditionelle Fähigkeit mit kognitiven, affektiven oder konstitutionellen Faktoren besitzt, eine wichtige Rolle.
Bei einer eingehenderen Betrachtung der Kraft in der sportlichen Bewegung wird sehr schnell deutlich, dass sie in allen Sportbereichen, Fitness- und Rehabilitationssport, Freizeit- und Wettkampfsport, Nachwuchs- und Hochleistungssport aus dem Training und Wettkampf nicht wegzudenken ist. Auf allen Leistungsebenen benötigen Sportlerinnen und Sportler, unabhängig vom Alter und von ihren sportlichen Zielen Kraft, die sie durch gezieltes Training entwickeln können. Um das selbst gesteckte Ziel im Training erreichen zu können, bedarf es sowohl trainingsmethodischer Kenntnisse, zum Beispiel für die Planung der Trainingsbelastung, es bedarf aber auch des Einsatzes entsprechender Trainings- und Hilfsgeräte (auch wenn manche Übung nur mit dem eigenen Körpergewicht oder mit einem Partner ebenso kräftigende Wirkungen entfaltet). Um die muskuläre Entwicklung zielgerichtet vorantreiben zu können, reicht trainingsmethodisches Wissen allein in den meisten Fällen nicht aus, es geht auch darum, den Körper nicht fehl- oder über zu belasten, es geht um eine längerfristige Belastbarkeit, für die entsprechendes (sport)medizinisches Grundlagenwissen ebenso vonnöten ist. Man sollte schon etwas über ein-, zwei-, mehrgelenkige oder koordinative Übungen wissen, bevor man mit dem regelmäßigen Training beginnt (oder als Übungsleiter oder Trainer) die Verantwortung für das Training von Sportlern übernimmt. Ebenso sollten Begriffe wie Wiederholungsart oder Satzzahl, Belastungsintensität und Krafttrainingsbereiche inhaltlich bekannt und beherrscht werden, sollten Trainingsprinzipien und -methoden vom Pyramidentraining bis zu Supersätzen, von negativen und statischen Wiederholungen bekannt sein. Wer diese allgemeinen Grundlagen beherrscht, muss sich in einem weiteren Schritt mit der sportartspezifischen Leistungs- und Bewegungsstruktur befassen, um zu verstehen, welche Kraftanforderungen im Radsport oder Golf, im Lauf oder Fußball, im Tennis oder Skilanglauf anzutreffen sind. Allein die Aufzählung dieser unterschiedlichen Sportarten lässt erkennen, wie unterschiedlich die Kraft in den Sportarten zum Einsatz kommt, geht es doch einmal um Bewegungsgenauigkeit, ein anderes Mal um Kraftausdauer oder im dritten Fall um intermittierende Kraftanforderungen über einen längeren Zeittraum. Je nach Sportart müssen die Muskeln trainiert werden, die die Bewegungsleistung erbringen, darf aber auch die stabilisierende Mitte des Körpers nicht vergessen werden. Die Trainingsübungen sind ebenso entsprechend der sportartspezifischen Anforderungen auszuwählen und in das längerfristige Trainingsprogramm zu integrieren. Es geht um die Entwicklung eines Trainingsprogramms, das sportartspezifisch und zugleich individuell oder gruppenspezifisch ist, es geht um Übungen, die Schnellkraft oder Kraftausdauer entwickeln können, und mit denen ein sportartspezifischer Bewegungsablauf mit hohem Anspruch erfüllt werden kann. Letztlich darf auch nicht das Lebensalter der Trainierenden außer Acht gelassen werden, muss das Krafttraining Heranwachsender im Vergleich zum Krafttraining eines Erwachsenen entsprechend anders gestaltet werden. Mit all diesen Themen befasst sich Markus Lang in seinem Buch zum Muskelaufbau und führt es im abschließenden Kapitel zu Beispieltrainingsplänen für die Sportarten Lauf, Tennis, Fußball, Ski alpin, Radsport und Skateboard. Diese bieten interessante Anregungen, sollten aber nicht ohne eigenes Nachdenken kopiert werden, denn nicht jeder Sportler kann das vorgeschlagene Programm 1:1 umsetzen, eine Anpassung an das individuelle Leistungsvermögen und den Trainingszustand ist unabdingbar.
© Copyright 2011 Published by BLV. All rights reserved.
| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | training science |
| Language: | German |
| Published: |
München
BLV
2011
|
| Edition: | München: BLV, 2011.- 127 S. |
| Pages: | 127 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |