Spezielles Ausdauertraining im Fußballsport. High Intensity Training in Form von Kleinfeldspielen zur Entwicklung der maximalen Sauerstoffaufnahme

Wenn in den Sommermonaten im Fußball "Kondition gebolzt wird", wenn die Spieler der Bundesligateams durch Wälder und Parks wie auf der Perlenkette aufgezogen laufen, kommen schnell Bilder von ihnen in die Medien. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Training zur Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit beim spielenden Personal nicht, angesichts einer Spieldauer von regulär 90 Minuten gibt es aber eine Einsicht in die Notwendigkeit, die durch die Trainer mit mehr oder weniger großer Intensität gefördert wird. Die praktischen Trainingsformen können sich aber sehr unterschiedlich gestalten. Waren über viele Jahre in der Vorbereitungsphase lange Läufe oder Läufe mit intervallartig variierter Intensität (zum Beispiel Geschwindigkeit) das Mittel der Wahl, versucht der Autor der vorliegenden Arbeit, Abwechslung in diese oftmals erlebte Trainings- und Belastungsmonotonie zu bringen, in dem er ausdauerorientierte Trainingseinheiten in spielnahen Trainingsformen innerhalb von hoch intensiven Intervalltrainingsblöcken von zwei Wochen vorschlägt. Damit können die angestrebten physiologischen Wirkungen (Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme und der durchschnittlichen und maximalen Herzschlagfrequenz) auch Entwicklungen provoziert werden (wie die Ausdehnung der zurückgelegten Laufstrecke bis zur Erschöpfung), die unmittelbare Wirkungen im Wettkampf erzeugen können. Ebenso wichtig erscheinen die Verbesserungen, die sich durch ein solches Training hinsichtlich einer verbesserten Erholungsfähigkeit nach intensiver/maximaler/intermittierender Belastung - auch das ist ein Faktor, der im Wettkampfgeschehen im Fußball (insbesondere mit zunehmender Spieldauer) Bedeutung besitzt. Für die Untersuchungen wurde von Autor ein Trainingsprogramm für abwechslungsreiche Kleinfeldspielformen entwickelt, bei dem sich die Sportlerinnen/Sportler sehr intensiv belasten. Die praktischen Tests wurden allerdings nicht im Hochleistungs-, sondern im Amateurbereich durchgeführt, woraus sich Fragen ergeben, inwieweit das entwickelte Trainingsprogramm vergleichbare Effekte auch bei Hochleistungssportlern provozieren würde. Unabhängig davon ist der Denkansatz aber konsequent umgesetzt wurden. Die Ergebnisse zum Beispiel zur subjektiven Wahrnehmung der intensiven Belastungsformen im Wochenverlauf oder zur - notwendigen - Individualisierung des Trainings mit der Herzschlagfrequenz als Orientierungspunkt geben interessante Hinweise, unterstreichen aber auch manche zu erwartende Problematik in der Planung und Umsetzung von Trainingsübungen, die als Spielformen in Gruppen auf dem Kleinfeld absolviert werden. Die im Amateurbereich ermittelten großen individuellen Streubereiche in der Herzschlagfrequenz sind im Hochleistungsbereich ebenso nicht zu erwarten. Unter diesem Blickwinkel werden vom Autor ebenfalls weiterführende Überlegungen für Spieler und Teams auf höherem Leistungsniveau angeregt, um zu überprüfen, in welcher Weise das entwickelte Trainingsprogramm auch dort unter den spezifischen Bedingungen hoch trainierter Sportler wirken kann. Die vom Autor untersuchten Wirkungen sowohl im Aufbau konditioneller Trainingseffekte als auch in deren Erhaltung über längere Zeiträume sind gut nachzuvollziehen. Dabei deuten sich Grenzen und Probleme an, ein einmal erarbeitetes Leistungsniveau allein mit Kleinfeldspielen zu erhalten, ohne dass traditionelle Laufeinheiten hinzugefügt werden. Hier sind die Trainer in besonderer Weise gefragt, um die Trainingsplanung eher stärker auf konditionelle Schwerpunkte oder auf taktisch-technische Elemente auszurichten und entsprechende Trainingsübungen auszuwählen.
© Copyright 2010 Veröffentlicht von VDM Verlag Dr. Müller. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2010
Ausgabe:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2010.- 142 S.
Seiten:142
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch