Coaching im Wettkampfsport. Eine empirische Untersuchung im Fußball
Trainern ist im Sport die Aufgabe gestellt, die Sportlerinnen und Sportler zu optimalen sportlichen Leistungen zu führen. Dazu gehört, dass sie bekanntes theoretisches Wissen in praktisch angewendetes Handeln umsetzen. Dabei steht die Leistungsverbesserung des Einzelsportlers oder von Teams im Vordergrund. Wie dies in der Trainings- und Wettkampfpraxis erfolgt ist Gegenstand vielfältiger Untersuchungen, die gerade in den letzten Jahren zum Thema Coaching im (Spitzen)Sport vorgenommen wurden.
Mit der vorliegenden Arbeit präsentiert Fabian Seeger einerseits einen Überblick über bekannte und im Sport eingesetzte Coachingstrategien und Interventionsmaßnahmen. Dabei wird von ihm auf die Vielfalt der Aufgaben verwiesen, die ein Trainer heutzutage zu erfüllen hat: Organisation von Training, Bearbeitung sporttechnischer und taktischer Aspekte, psychologische Einflussnahme auf betreute Sportler, Bearbeitung interaktiver, zwischenmenschlicher oder sozialer Aspekte zwischen Sportler und Trainer, zwischen den Mitgliedern von Trainingsgruppen oder Teams. Hinzu kommt, dass dies unter einer zunehmenden Orientierung auf individuelle Bedürfnisse des einzelnen Sportlers erfolgt, DIE Lösung für alle Mitglieder einer Mannschaft schon längst nicht mehr existiert, da Ziele, Interessen oder soziale Umgebung sehr unterschiedlich sein können.
Hiervor ausgehen formuliert F. Seeger Voraussetzungen und Ziele eines erfolgreichen Coachings und diskutiert Besonderheiten und Schwierigkeiten, um den Kommunikationsprozess, der dem Coaching zu Grunde liegt und dieses ausmacht, optimal zu gestalten. Nach einem kurzen Ausflug in die Wirtschaftswelt und den dortigen Arbeitsfeldern von Coaches, kehrt der Autor zum Sport zurück und beschreibt Anforderungsprofil an einen Coach, aber auch verschiede Arbeitsstile von Trainern (zum Beispiel autoritär, kooperativ und beziehungsorientiert), die ein partiell unterschiedliches Herangehen an Coachingaufgaben reflektieren.
In der Folge stellt er, basierend auf Erkenntnissen der Motivationspsychologie,
- das integrative Modell der Motivation und Handlungskontrolle mit drei Coachingformen volutionaler Vermittlungsprozesse (aufgabenorientiert, emotional, motivational) und
- das Rubikon-Modell mit verschiedenen Handlungsphasen (prädezisionale, präaktionale, aktionale und postaktionale) vor.
Damit schafft er Grundlagen seiner empirischen Untersuchung im Fußball, die sich drei Fragen widmet:
- Welche konkreten Maßnahmen wendet ein Fußballcoach in bestimmten Situationen an, um die Leistung seiner Spieler im Wettkampf zu optimieren?
- In welcher Art und Weise geht er dabei vor und welche (leistungsrelevanten) Reaktionen zeigen seine Spieler bzw. welche Konsequenzen hat sein Verhalten?
- Wovon hängt seine Entscheidung für eine bestimmte Maßnahme ab bzw. welche Begründung liefert er für seine Vorgehensweise?
Mittels kontrolliert-explorativer Interviews wurden vier langjährige Coaches im leistungsorientierten Fußball befragt. Die Ergebnisse werden zu fünf inhaltlichen Schwerpunkten vorgestellt:
1. aufgabenorientiertes Coaching (z. B. spieltaktische oder spielertypische Aufgaben stellen),
2. Emotionen kontrollieren (z. B. eigene Emotionen reingeben oder raushalten),
3. Motivation anregen und steigern (z. B. bestätigen und bestärken oder abwechslungsreiches Training gestalten),
4. Selbständigkeit fördern,
5. eigenes Coaching reflektieren.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Spielsportarten Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Diplomica
2008
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| Ausgabe: | Hamburg: Diplomica Verlag GmbH, 2008. - 91 S. |
| Seiten: | 91 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |