Zum Einfluss von Rotationsexpertise auf die Wahrnehmung von Drehbewegungen im klassischen Ballett
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Kognitionsforschung machen deutlich,dass die visuelle Wahrnehmung eines Beobachters stark von seiner perzeptuellen und motorischen Expertise beeinflusst wird (Shiffrar & Heinen, 2010). Externe Einflussfaktoren wie individuelle oder kontextabhängige Gegebenheiten können nicht wie in herkömmlichen Theorien außer Acht gelassen werden, da sie die Bewegungswahrnehmung wesentlich bedingen. Der theoretische Ansatz der embodied perception nimmt diese Annahme zur Grundlage und differenziert so traditionelle Wahrnehmungstheorien. Hinsichtlich der Annahme, dass sich die motorische Erfahrung eines Beobachters in Bezug auf eine Bewegung positiv auf seine visuelle Sensivität auswirkt, war es Ziel der vorliegenden Untersuchung, die Theorie der embodied perception experimentell bei der Wahrnehmung einer komplexen Drehbewegung im klassischen Ballett zu überprüfen. Dazu wurden 25 Tänzerinnen gebeten, Videosequenzen von eigenausgeführten Drehungen und Drehungen von fremden Tänzerinnen in einem Wahrnehmungstest zu beurteilen. Unter den Gesichtspunkten der Ansicht (eigen vs. fremd) und der Perspektive (frontal vs. dorsal) wurden die gewonnenen Daten ausgewertet und geben Aufschluss über mögliche Embodiment-Phänomene.
© Copyright 2014 Turnen - Eine Bewegungskultur im Wandel. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 10. - 12. September in Marburg. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | technische Sportarten Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Veröffentlicht in: | Turnen - Eine Bewegungskultur im Wandel. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 10. - 12. September in Marburg |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Feldhaus, Ed. Czwalina
2014
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| Schriftenreihe: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 231 |
| Seiten: | 67-76 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |