3036710

Bewegungsstruktur, Bewegungstechnik und Geschwindigkeitsregulation im ausdauerorientierten Inline-Skating. Eine biomechanische und neuromuskuläre Analyse bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Für die Dissertationsschrift wurde eine Traininggruppe von Kadersportlern des deutschen Rollsport- und Inline Verbandes gewonnen, deren Bewegungsstruktur und -technik unter biomechanischer und neuromuskulärer Sicht analysiert wurde. Es ging darum zu ermitteln, welche bewegungsstrukturellen Merkmale beim Inline Skating im Hochleistungsbereich geschwindigkeitsinvariant sind und welche Mechanismen zur Geschwindigkeitsregulation genutzt werden. Die Probanden wurden Laborstufentests mit bis zu sechs Geschwindigkeitsstufen und einer Dauer von je drei Minuten unterzogen. Während der Tests wurden leistungsphysiologische, biomechanische und neuromuskuläre Kenngrößen simultan erhoben und dann in Relation zur Laufgeschwindigkeit korrelationsstatistisch und faktoranalytisch bewertet. Die Ergebnisse mit einer Konstanz der relativen Phasendauer eines Bewegungszyklus und der Invarianz des relativen Timings der kinematischen, dynamischen und elektromyografischen Kenngrößen bestätigen die Existenz spezifischer bewegungsstruktureller Merkmale und motorischer Programme, die geschwindigkeitsinvariant sind und durch ein "optimiertes" relatives Timing den Geschwindigkeitsanforderungen angepasst werden. Die Bewegungsstruktur ist zum Beispiel durch lange relative Stützphasen mit langen Einzel- und kurzen Doppelstützphasen, eine geschwindigkeitsangepasste starke Flexion im Hüft-, Knie- und Sprunggelenk in der Gleitphase sowie explosive Gelenksextensionen beim Abdruck gekennzeichnet. Diese stellen hohe Forderungen an die Muskulatur der unteren Extremitäten, insbesondere an die Flexoren. Die Ergebnisse zur Geschwindigkeitsregulation im Inline Skating unterstreichen den mehrdimensionalen Charakter dieses Prozesses. Im Unterschied zum Eisschnelllauf erfolgt sie nicht nahezu ausschließlich über die Bewegungsfrequenz, sondern auch durch eine Modulation des Vortriebs durch einen kräftigeren Abstoß und eine effizientere Vortriebsgestaltung (Schwungvorbereitungsphase, Gewichtsaufnahme, Vorwärtsgleiten, Abdruckgestaltung in Hüft-, Knie- und Sprunggelenk).
© Copyright 2003 Published by Görich u. Weiershäuser Verlag. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences endurance sports
Language:German
Published: Marburg Görich u. Weiershäuser Verlag 2003
Edition:Marburg: Görich & Weiershäuser Verlag, 2003.- 244 S.
Pages:244
Document types:book
Level:intermediate