Biomechanics and neural control of speedskating (7).
(Biomechanik und neurale Steuerung des Eisschnellaufens (7).<NZ>Effektives Öffnen eines Klappschlittschuhs)
Die Serie über die biomechanischen Abläufe beim Eisschnellaufen wird fortgesetzt mit der Erläuterung des effektiven Öffnens des Klappschlittschuhs.
Die Beobachtung, daß es bezüglich des Timings beim Einsatz des Klappschlittschuhs große Unterschiede gibt, macht eine fundierte Beantwortung der Frage "Wie öffne ich einen Klappschlittschuh effektiv?" erforderlich.
Das Öffnen des Schlittschuhs selbst erzeugt nie Leistung. Diese entsteht erst durch eine Multiplikation von Gelenkdrehmoment und Winkelgeschwindigkeit des Gelenks. Dies bedeutet, die Leistung ist davon abhängig, wie stark und mit welcher Geschwindigkeit ein Gelenk geöffnet wird.
Die Bedeutsamkeit des Öffnens beim Einsatz des Klappschlittschuhs besteht in einer zusätzlichen Bewegung im Fußgelenk, das über einen Winkel von etwa 50° bewegt werden kann, während das Gelenkdrehmoment während des schnellen Öffnens höher als das Kniedrehmoment sein kann (eine Rotation vorausgesetzt). Durch die mittels des Klappschlittschuhs ermöglichte Anhebung der Ferse kann eine längere Fußstreckung erreicht werden, deren Höhe wesentlich von der relativen Fußposition zur Hüfte abhängig ist.
Die Gesamtfußstreckung ist letztendlich nicht wirklich länger, da die anatomischen Grenzen des Organismus bestehen bleiben, sie ist jedoch länger in der letzten Abdruckphase, wo letztendlich das Gelenkdrehmoment wachsen darf. Somit kann die Fußstreckung effektiver genutzt werden. Der Druck auf das Eis muß allerdings während der Fußstreckung so hoch wie möglich bleiben.
Einige Läufer streben ein möglichst häufiges Klappen an (hohe Anzahl der "Klapps"). Dies kann jedoch leicht zu einer ineffektiven Technik führen.
Die Computersimulation in den Untersuchungen ergab, daß ein Klappschlittschuh geöffnet werden kann durch den Beginn der Kniebeugung. In diesem Fall nimmt jedoch der Druck auf das Eis und damit die Leistung im Fußgelenk ab. Diese Technik ist daher nicht empfehlenswert. Per Video kann dieser Fehler leicht ausgemacht werden. Entscheidend ist der Moment des Anhebens der Ferse: Wenn das Kniegelenk noch nicht vollständig gestreckt ist und seine Bewegung beendet hat oder bereits in der Rückbewegung ist, kann kein optimaler Abbdruck erreicht werden.
Die beste Technik ist die, wenn im Moment des Anhebens der Ferse noch immer eine Streckung im Kniegelenk beobachtet werden kann (auch wenn es lediglich nur noch ein kleines Stück bis zur völligen Streckung ist), während der Kniewinkel vor der völligen Streckung nicht weiter größer wird.
Im Sprint kann der Druck auf das Eis auch mittels des ausgestoßenes "Eisstaubs" unter der Kufenachse bewertet werden. Bei Klappschlittschuhen mit 7 Achsen passiert dieses Auspuffen unter der Spitze des Schuhs. Das Beibehalten des Drucks ist hier von entscheidender Bedeutung. Auch hier sollte der letzte Eiskontakt dierekt unter der Hüfte erfolgen, um den Druck zu erhalten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Naturwissenschaften und Technik Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Speedskating World |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
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| Ausgabe: | Kesteren (1997)2, S. 18-19, 2 Abb. |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |