Einführung in die Sport- und Leistungsmedizin für Sportstudierende
Im Rahmen der akademischen Ausbildung in der Sportwissenschaft nehmen biowissenschaftlich-sportmedizinische Themen einen großen Raum ein. Dies hat seine Begründung primär in der engen Verknüpfung von sportlicher Aktivität und biologischen Prozessen im menschlichen Körper. Wann immer ein Kind läuft, ein Jugendlicher Fußball spielt, ein Erwachsener sich im Schwimmbecken bewegt oder ein Senior auf Skiern durch die Wälder läuft, um den Aufenthalt im Freien in der Natur zu genießen, geschieht im Körper etwas, was mit Physiologie, Biochemie, Biomechanik, innerer Medizin, Orthopädie und/oder Traumatologie zu tun hat.
Der Blick auf das sportliche Training in der Schule, im Sportverein, im Fitness-Studio oder in der Familie in der Natur oder auf dem Sportplatz erfordert deshalb gerade in der akademisch-beruflichen Ausbildung ein klares Verständnis von diesen Prozessen. Sie sind einerseits eine entscheidende Grundlage sportlicher Aktivitäten, andererseits besteht ein Ziel des Sports auch darin, diese Prozesse zielgerichtet für und durch den Sport zu beeinflussen, zu verändern. Straßenradsportler versuchen so zum Beispiel, ihre Sauerstoffaufnahmekapazität durch entsprechende Trainingsumfänge und -intensitäten zu vergrößern, mit dem Höhentraining von Läufern kann oftmals ein ähnlicher Effekt erzielt werden. Durch sportartspezifische Ernährungs- und Substitutionsstrategien soll die spezielle Leistungsfähigkeit entsprechend beeinflusst oder das Körpergewicht vor einem Wettkampf reguliert werden. Für diese nur exemplarisch genannten sportlichen "Einsatzfälle" werden die verschiedenen Organe des Körpers in Anspruch genommen. Damit dies risikolos passiert, damit keine Über- und Fehlbelastungen entstehen und die gewünschten Adaptationen auch tatsächlich eintreten, müssen Sportlehrer, Übungsleiter und Trainer, Sportwissenschaftler und Sportärzte ein umfassendes und klares Bild davon besitzen, was im Training und Wettkampf physiologisch und biochemisch, orthopädisch und biomechanisch passiert.
Diesen weit gefächerten Themenkomplex der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Organe wenden sich die Autoren unter einer wissenschaftlichen Perspektive in den ersten zehn Beiträgen zu.
Dies kann aber für Sportstudierende nicht der alleinige Ansatzpunkt sein, um sich mit sportmedizinischen Themen auseinanderzusetzen. Ihre Perspektive muss auch praktische Themen sportlicher Aktivitäten umfassen, die ihnen regelmäßig in ihrem zukünftigen Handeln als Sportlehrer oder Trainer begegnen werden. Dazu zählt zum Beispiel Wissen davon, welche allgemeinen medizinischen Verfahren bei Gesundheitsuntersuchungen eingesetzt werden können und welche spezifischen Tests und Verfahren durch die Sportmedizin im Zusammenwirken mit der Trainingswissenschaft für Einsatzfälle der Leistungs- und Gesundheitsdiagnostik entwickelt worden sind. Dabei handelt es sich auch um das Thema Doping sowie um die biologischen Grundlagen der motorischen Beanspruchungsformen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Flexibilität, um physiologische Erkenntnisse zu Ermüdungs- und Überlastungsprozessen. Andere für Sportstudierende relevante Themen richten ihren Fokus auf ausgewählte Gruppen von sportlich Aktiven wie Frauen (mit Themen wie Menarche oder Schwangerschaft und Sport), Senioren (mit Themen wie Belastbarkeit und Trainierbarkeit im Altersgang) oder Kinder und Jugendliche (mit Themen wie spezifischen Themen des Schulsports oder sportlichen Belastungen innerhalb des Körperwachstums). Innerhalb des Behindertensports gibt es wiederum sehr spezifische medizinische Aspekte sowohl im Training als auch im Wettkampf, die sich aus der Art und dem Grad der Behinderung ergeben. Besonderheiten bei körperlich-sportlichen Aktivitäten unter Höhenbedingungen, bei extremer Hitze oder Kälte oder unter Wasser spielen insbesondere im Wettkampfsport eine Rolle, können aber ebenso im Freizeit-, Gesundheits- und Alterssport bedeutsam sein, weshalb ein entsprechende Grundwissen auch dazu entwickelt und anwendbar sein muss.
Inhalt
- Herz-Kreislauf-System (Dickhuth)
- vegetatives Nervensystem (Dickhuth)
- respiratorisches System (Röcker)
- Blut- und Immunsystem (Schumacher)
- Verdauungssystem (Deibert)
- Urogenitalsystem (Bültermann & Dickhuth)
- muskuläres System (Dickhuth & Mayer)
- motorisches System (Gollhofer, Gehring & Lauber)
- Haut und Sinnesorgane (Deibert & Dickhuth)
- Hormonsystem (König)
- ausgewählte Aspekte des Energiestoffwechsel (Röcker)
- sportmedizinische Untersuchungsverfahren (Dickhuth)
- Ernährung, Wasser-, Elektrolyt-, Wärmehaushalt und körperliche Aktivität (König)
- Substitution und Doping (Striegel & Dickhuth)
- allgemeine biologische und physiologische Grundlagen des Trainings (Dickhuth & Gollhofer)
- sportmedizinische Aspekte des Kinder-. und Jugendsports (Korsten-Reck)
- sportmedizinische Aspekte des Frauensports (Korsten-Reck)
- sportmedizinische Aspekte des Alterssports (Dickhuth & Berg)
- Sport unter speziellen Bedingungen (Niess, Heitkamp & Tetzlaff)
- sportmedizinische Aspekte des Behindertensports (Hirschmüller)
- Prävention und Rehabilitation durch körperliche Aktivität (Dickhuth, Berg & König)
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| Subjects: |
sports medicine
sport physiology
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female
ageing people
environment
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biological and medical sciences
sports for the handicapped
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|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences sports for the handicapped |
| Language: | German |
| Published: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2011
|
| Edition: | Schorndorf: Hofmann, 2., überarb. und aktual. Aufl., 2011.- 408 S. |
| Series: | Sport und Sportunterricht, 16 |
| Pages: | 408 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |