Radcross. Das Handbuch zur Radsport-Disziplin

Eine weitestgehend unbekannte, aber dennoch sehr traditionelle Disziplin im Radsport ist der Radcross. Die Anfänge dieser speziellen Disziplin sind im französischen Norden um 1900 zu finden. Damals bereiteten sich die Straßenradfahrer im Winter auf ihre Saison vor und spulten dabei nicht nur viele Kilometer ab, sondern begannen, Querfeldein zu fahren, mieden weder Anstiege noch Abhänge und schulterten bei unbefahrbarem Gelände oder Hindernissen auch einmal ihre Räder. Eines Tages läutete ein inszeniertes Rennen auf einem abgesteckten Geländekurs die Geburtsstunde des Radcross (alias Cyclocross, Radquerfeldein oder Radquer) ein. Seitdem hat sich die Szene ständig weiterentwickelt. Unter anderem sind diese Entwicklungen ein Schwerpunkt im vorliegenden Buch von Ralph Wittmann. Einführend stellt er die Besonderheiten und Bestimmungen des Radcross vor und arbeitet die Merkmale heraus, die diese Sportart von artverwandten Disziplinen wie z. B. Mountainbiken abgrenzt. Darauf basierend werden geschichtliche Hintergründe zur Entwicklung des Radcross vorgestellt von den Anfängen in Frankreich, über die ersten offiziellen Weltmeisterschaften 1950 bis hin zu den Problemen und Herausforderungen, die sich seit der Professionalisierung des Radsports ergeben. Ebenso chronologisch aufgebaut ist auch das nachfolgende Kapitel über das "who is who" des Cyclocross. Die Auswahl der vorgestellten Persönlichkeiten reicht von der Tour de France Legende Eugène Christophe, der siebenmal französischer Meister im Cyclocross wurde, über den belgischen siebenfachen Weltmeister Erik de Vlaemick bis hin zu deutschen Vertretern wie Mike Kluge oder Vertreterinnen wie Hanka Kupfernagel. Eins hatten alle gemeinsam, sie fuhren auf speziellen Fahrrädern, deren Wurzeln beim Straßenrad in punkto Rahmengeometrie und Lenkerform zu finden sind. Seit den 1990ern wurden auch Innovationen aus dem Mountainbikesport, wie z. B. das Pedal- oder Bremssystem in die Cyclocrosswelt übernommen. Ausführliche Informationen zu diesen und weitere Themen rund um das Trainingsgerät Fahrrad werden im Technikabschnitt beschrieben. Darüber hinaus finden Fahrradneulinge ein Begriffslexikon, um die verwendeten Definitionen, wie z. B. "Cleats", "Kassette" und "Snakebite" verstehen zu können. Ein weiterer Teil dieses Abschnitts sind grundlegende Informationen zum Training und zur Fahrtechnik. Wohingegen der Start eines Crossrennens auf flacher und ebener Strecke Sprinterqualitäten erfordert, werden im Gelände "artistische" Fähigkeiten gefordert, um z. B. Kurven sicher und schnell zu durchfahren, einen Anstieg zu meistern ohne abzusteigen oder kleinere Hindernisse unbeschadet zu überspringen. Diese und andere Techniken sind detailliert beschrieben und mit aussagekräftigem Bildmaterial untermauert. Schließlich findet der interessierte Leser eine sehr umfangreiche Statistik bei der Lektüre. Darunter sind die Podiumsplatzierungen der wichtigsten Cyclocrossrennen seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Egal ob Welt-, deutsche, belgische, schweizer oder tschechische Meisterschaften, Ralph Wittmann hat die Ergebnisse bis 2012 zusammengetragen und nach Männern, Frauen, Amateuren, Profis und Junioren kategorisiert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Norderstedt Books on Demand 2012
Ausgabe:Norderstedt: Books on Demand, 2012.- 172 S.
Seiten:172
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel